MicroAbstract6: Next Generation Networks in Telekommunikationsnetzen

Next Generation Network (NGN) ist ein Begriff, welcher die Synergie-Prozesse moderner Kommunikations-Netzwerke beschreibt. Eine Konvergenz von Netzen, die ursprünglich mit unterschiedlichen Zielen gebaut wurden und die Zusammenführung von Dienst-Anbietern stehen bei der Realisierung im Mittelpunkt, wobei die traditionelle „Public Switch Telephone Network „ (PSTN)-Technologie durch die aktuelle IP-Paket-Technologie nach und nach ersetzt wird.

Diese neue einheitliche paketvermittelnde Struktur wurde der Architektur von Daten-Netzen entlehnt, welche alle Stärken, wie Bandbreiten-Einsparung, Pfad-Redundanz und Routing mit sich bringt. Auf der anderen Seite werden ebenso wie die Stärken auch die Schwächen eines IP-basierten Netzes in das NGN-Konzept übernommen. Dazu zählen vor allem die Laufzeitverzögerungen, die durch die individuelle Pfad-Auswahl der Datenpaket zwangsläufig entstehen. Das ist besonders bei Double- und TriplePlay-Produkten wie Internet-Telefonie (VoIP) und Internet-Fernsehen (IPTV) ein äußerst unerwünschter Nebeneffekt. Diesem unerwünschten Verhalten werden neue Technologien entgegengesetzt, die es erlauben, betreffenden Pakete zu priorisieren. Dazu zählen sowohl die Qality of Service -(QoS) Implementierungen, als auch die Ansätze, umfassende virtuelle Datenströme (VLANs) zu konfigurieren, die einen sicheren, pfadgetreuen Ende-zu-Ende-Transport sicherstellen. Neben den offensichtlichen Vorteilen einer einheitlichen Konfigurations- und Verwaltungs-Domäne, wie zum Beispiel zentrale Datenhaltung und –erhebung, sind die finanziellen Kosten ein hoher Faktor beim Vorantrieb in das NGN. Einheitliche Netze haben einheitliche Systeme, die sich redundant clustern lassen und somit nicht auf unterschiedlichen Systemen mit unterschiedlichen Wartungs- und Konfigurations-Methoden basieren. Desweiteren gehört eine Netz-Zugangskontrolle zu den Pflichten eines Netzwerk-Dienst-Anbieters. In verteilten Netzen werden diese Zugangskontrollen unter Umständen von verschiedenen Systemen durchgeführt, welche unterschiedliche Parameter benutzen. Ein einheitliches Netz bietet in diesem Zusammenhang eine einheitliche Netz-Einwahl (über RADIUS oder ähnliche Dienste), bei der die Daten zentral abgelegt und unkompliziert zugänglich gemacht werden können. Ein weiterer Punkt bei der Verschmelzung ist die Zusammenfassung von Diensten, da herkömmliche Dienstangebote wie beispielsweise Festnetz-Telefonie, GSM oder UMTS eng an ihre Netze gebunden sind. Netze werden zu dem Zweck gebaut, einen Dienst anzubieten, den ein Teilnehmer im Netz nutzen kann. Gateways und Gatekeeper werden zwischen aktuellen Netzen eingesetzt, um Dienste netztransparent anbieten zu können. Vor dem Abschluss des Wandels von einer Multi-Netz-Umgebung zum NGN werden diese Gatekeeper durch NGN-Implementierungen der Dienste ersetzt.

Eine Umwandlung von Telekommunikations-Netzen hat eine wichtige Voraussetzung, die zwingendermaßen erfüllt sein muss: Die neue Technologie muss in der Lage sein, die alte (und bestehende) ohne Nachteile und Einbußen zu ersetzen. Die Quality-of-Service-Implementierung wird von vielen Kritikern im Rahmen der Netzneutralität als mächtiges Mittel der Regulierung angesehen und daher oft auch negativ ausgelegt, weil die Möglichkeit besteht, Datenströme gezielt umzulenken und damit zu Gunsten der eigenen Teilnehmer auszubremsen. Es bleibt daher abzuwarten, inwieweit sich ein Verfahren etabliert, dass die offensichtlichen Schwächen eines IP-basierten Netzes gegenüber den Stärken der Vereinheitlichung von Konfiguration und Wartung eines einzigen Netzes tilgen kann.