MicroAbstract5: Netzwerkmanagement mit ServiceOn über CORBA und MTOSI

Das Rückgrat heutiger Telekommunikations-Infrastrukturen unterscheidet sich nur in sehr wenigen Punkten von herkömmlichen Heim- und Firmen-Netzwerken. Die beiden größten Unterschiede bestehen in der Dimensionierung und in der Zugangs-Kontrolle. Bei der Verwaltung und der Steuerung moderner Netzwerke sind die zuständigen Administratoren auf drei wesentliche Faktoren angewiesen: Die Netzwerke müssen skalierbar, robust und sicher sein. Um diese Faktoren zu gewährleisten werden in umfassenden Telekommunikations-Netzen Software-Applikationen eingesetzt, die die Kontrolle und Steuerung jedes einzelnen Knotens erlauben. Diese Netzmanagement-Software wird entgegen dem allgemeinen Trend zunehmend von Open Source-Lösungen auf individuelle proprietäre Lösungen umgestellt, welche von marktführenden Unternehmen unterstützt und weiterentwickelt werden.

Vor der Übernahme durch die Firma Ericsson entwickelte die Firma Marconi ein Netzwerkmanangement-System, dass in der Lage ist, moderne Standards zu unterstützen und über Vendor-Extensions anbietereigene Parameter zu übermitteln und zu verarbeiten. Das Produkt ServiceOn wird von Ericsson weiterentwickelt und von vielen Telekommunikationsunternehmen eingesetzt. ServiceOn deckt dabei sowohl die Zugangs-Bereiche (ServiceOn Access), die aktuellen ATM-Backbone-Bereiche (ServiceOn Data) und die zukünftigen WDM-Backbone-Bereiche (ServiceOn Optical) ab. Die Software basiert dabei auf dem ServiceOn Integrator, welcher den Kern der Applikation darstellt und über das ServiceOn Softswitch konfiguriert wird. ServiceOn stellt dabei eine Betriebssystem- und Datenbank-Instanz dar, welche über verschiedene Netzmanagement-Protokolle, wie zum Beispiel das verbreitete SNMP, Netzknoten inventarisiert und mit ihnen kommuniziert. Netzknoten sind dabei alle Kommunikations-Einrichtungen im Telekommunikations-Netzwerk. Das können beispielsweise DSL-Access Multiplexer (DSLAMs), Aggregations-Switche oder Broadband Remote Access Router (BBRARs) mit ihren entsprechenden Ports sein. Die Kommunikation wird dabei über eine Middleware, basierend auf dem Common Object Request Broker Architecture (CORBA), realisiert. Als Northbound-Interface (NBI) stehen bei ServiceOn sowohl die bewährte CORBA-Objekt-Schnittstellen, als auch die moderne MTOSI-Schnittstelle zur Verfügung. Multi-Technology Operations System Interface (MTOSI) ist dabei ein Standard für die Implementierung einer Schnittstelle zwischen Operations Support Systemem (OSS), die durch die SO-Instanzen dargestellt werden. MTOSI basiert dabei nicht wie CORBA auf dem ORB-Modell, sondern auf XML-Befehlen, die via http/https ausgetauscht werden können. Durch wsdl-Implementierungen wird eine einfach Anbindung an java-basierten Middleware-Komponenten realisiert. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ServiceOn eine Netzwerkmanagement-Lösung darstellt, über die eine vollständige Kontrolle des Datenflusses sowie ein integriertes Fehler-, Konfigurations- und Sicherheitsmanagement realisiert wird.

Bei der Verwendung dieser Software ermöglicht sie Administratoren, schnell und zuverlässig auf System-Ausfällen, System-Konfigurationen und System-Erweiterungen zu reagieren. ServiceOn erlaubt eine kontinuierliche Überwachung von Netzressourcen, sodass Fehler und Flaschenhälse frühzeitig erkannt und verhindert werden können. ServiceOn kann dabei als Standalone-Lösung konfiguriert oder in bestehende Operations Support System (OSS) –Umgebung integriert werden.